Frantiček Klossner

Der in Bern lebende Schweizer Künstler befasst sich mit Videokunst, Installation, Performance, Fotokunst, Zeichnung und Visual Poetry. Sein spartenübergreifendes Schaffen ist durchdrungen von existenziellen Fragen. Das Menschenbild der Gegenwart steht im Fokus seiner Untersuchungen. In Videoinstallationen und performativen Skulpturen wie auch in seinem zeichnerischen und fotografischen Werk, fungiert der menschliche Körper als Repräsentant für die Prozesse psychischer Individuation und sozialer Interdependenzen. Klossner gelingt es, politisch und gesellschaftlich polarisierende  Themen in äusserst poetischer Weise zu verhandeln. Die frappante Ästhetik seiner Werke involviert das Publikum in einen direkten Dialog. Die Vehemenz seiner Bildwelten wird dabei von einer sehr sinnlichen Materialität getragen. In geradezu listiger Weise verführen seine Werke das Publikum zur Hinterfragung innerer Bilder und zur Überprüfung des eigenen Denkens.

 

Seit 1990 ist sein Schaffen international in Ausstellungen sowie im Rahmen von Video- und Medienkunstfestivals vertreten. Einzelausstellungen widmeten ihm unter anderen das Kunsthaus Grenchen, Schweiz (2001), das Centro d’Arte Contemporanea CACT, Bellinzona, Schweiz (2002), das Museo de Arte Moderno de Buenos Aires MAMBA, Argentinien (2004), die Galeria de Arte Universal, Santiago de Cuba (2005), das Centro de Expresiones Contemporáneas, Rosario, Argentinien (2007), das Kunstmuseum Solothurn, Schweiz (2008), das Kunsthaus Interlaken, Schweiz (2013), die Kunsthalle Wil bei St. Gallen, Schweiz (2014) sowie der Kunstverein Ruhr in Essen, NRW, Deutschland (2015).

 

Frantiček Klossner absolvierte seine künstlerische Ausbildung an der Schule für Kunst und Mediendesign F+F in Zürich (1985-1989) wo Künstler wie Hansjörg Mattmüller, Hermann Bohmert, Norbert Klassen, Vollrad Kutscher, Valie Export und Peter Weibel sowie der Kulturphilosoph Gerhard J. Lischka und Gäste wie Jean Baudrillard, Paul Virilio und Vilém Flusser unterrichteten. Im Anschluss an sein Studium gewann er ein Kunststipendium der Stadt Bern, das es ihm ermöglichte im East Village in New York City ein Atelier zu beziehen. Dort fokussierte er sich auf Videokunst, Performance und Installationen. 1995 wurde er Stipendiat am Schweizerischen Institut in Rom. Nach einem zweijährigen Atelieraufenthalt am Institut, liess er sich in der Stadt Rom nieder, wo er bis 2000 tätig war. Nach seiner Rückkehr in die Schweiz leitete er das Ausstellungsprojekt «Identité mobile» für die Schweizerische Landesausstellung «Expo02» in Murten.

 

Von 1993 bis 2001 hat er an der Schule für experimentelle Gestaltung F+F in Zürich das Departement für Neue Medien mitbegründet und in den Bereichen Performance- und Videokunst unterrichtet. Ab 2002 übernahm er weitere Lehraufträge an der Kunsthochschule Nordwestschweiz FHNW, an der École cantonale d’art du valais ECAV sowie an der Hochschule der Künste Bern HKB, wo er seit 2006 am Institut für transdisziplinäre Kunst und Forschung unterrichtet.


Werke in öffentlichen Sammlungen

Werke von Frantiček Klossner sind in zahlreichen öffentlichen Kunstsammlungen vertreten: Schweizerisches Nationalmuseum, Kunsthaus Zürich, Sammlung Reinking Hamburg, Moses Mendelssohn Stiftung Berlin, Bundeskunstsammlung der Schweizerischen Eidgenossenschaft, Sammlung Carola und Günther Ketterer-Ertle, Graphische Sammlung der Schweizerischen Nationalbibliothek, Kunstmuseum Bern, Kunstsammlung der Mobiliar, Neuer Berliner Kunstverein, Ursula Blickle Videoarchiv, Österreichische Galerie Belvedere Wien, Zentrum für Kunst und Medien ZKM Karlsruhe, Collection Banque Bonhôte Neuchâtel, Musée d'art et d'histoire Fribourg MAHF, Sammlung Tomarkin Berlin, Museo de Arte Moderno de Buenos Aires MAMBA Argentinien, Kunstmuseum Solothurn, Kunstsammlung des Kantons Bern, Kunstsammlung der Stadt Zofingen, Kunsthaus Pasquart Biel, Schweizerisches Institut in Rom


Werke im öffentlichen Raum

Übungstisch für soziale Neigungswinkel, Performative Skulptur, Ausgleichskasse des Kantons Bern, 1996

Unterbrochene Notizen, Visual Poetry, Textinstallation auf Glasfassade, Schweizerisches Institut in Rom, 1998

Die innere und die äussere Zeit, Visual Poetry, Metallskulptur, Friedhof Bümpliz, 2001

Ortung, Videoproduktion zur Neugestaltung des Bundesplatzes in Bern, 2004

Daumen- und Zehenkino, Urban Art, Ephemere Druckgrafik auf Asphalt, Inselspital Bern, 2005

Certains vivent pour la première fois, Philosophische Strassenmarkierung, Môtiers, Val-de-Travers, Art en plein air, 2007

Fünf Sinne plus 1, Visual Poetry, Textinstallation, Kathedralkirche St. Peter und Paul, Bern, 2010

Lebensmittel Kultur, Partizipative Performance im Coop Mega Store, Wankdorf Shopping Center Bern, 2010

Alte Liebe rostet nicht, Visual Poetry, Haus der Universität Bern, Kunstsammlung der Stadt Bern, 2011

Gewissheit, Visual Poetry, Textinstallation, Universität Bern, Kunstsammlung des Kantons Bern, 2011

In Fragen baden, Visual Poetry, Textinstallationen auf Glasfassaden, Hallenbad Weyermannshaus Bern, 2011

Klepsydra, Performative Installation mit Taufbecken, Kirche Jegenstorf, 2014


Auszeichnungen / Awards

2018 Network Kulturpreis

2017 Gewinner des Wettbewerbs "Kultur.Digital", Kulturdirektion des Kantons Bern

2009 Art Position Award, Publikumspreis Kanton Waadt

2009 Medienkunstpreis der Valiant Bank

2007 Werkstipendium Kulturfonds, Bundesamt für Kultur

1999 Nominierung für den Kunstpreis der Böttcherstrasse, Bremen

1997 Werkstipendium der UBS Kulturstiftung

1997 Videokunstpreis der Länder Thüringen und Rheinland-Pfalz

1996 Mitglied am Schweizerischen Institut in Rom

1992 Kunstpreis der Aeschlimann-Corti Stiftung

1991 New York Studio Grant, Stipendium der Stadt Bern


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«Generation Head Down», Videoinstallation, Frantiček Klossner, Kunsthaus Zofingen, 2017, Foto: Timo Ullmann

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«ex vivo - in vitro», Videoinstallation, Frantiček Klossner, Kunsthalle Wil, 2014

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«ex vivo - in vitro», Videoinstallation, Frantiček Klossner, Kunsthalle Wil, 2014, Foto: Simon Schmid

Menschliche Aggregatzustände

Frantičeks künstlerische Arbeit ist von existenziellen Fragen durchdrungen. In seinen Videos, Installationen und Zeichnungen fungiert der menschliche Körper als Repräsentant für die Prozesse der psychologischen Individuation und der sozialen Interdependenzen. Die Videoinstallation "ex vivo - in vitro" thematisiert auf besonders eindringliche Weise das Menschenbild der Gegenwart. Der Künstler verwendet große, mit Wasser gefüllte Glasballons als Bildträger für seine Videoprojektionen. Die gewölbten Volumen verzerren und zerdehnen die Bilder wie konvexe Spiegel. In Flüssigkeit getränkt, konserviert und voneinander isoliert, entdecken wir nackte menschliche Körper und sprechende Köpfe, die sich langsam bewegen. Die Szenerie erinnert an anatomische, in Formalin konservierte menschliche Präparate, wie wir sie aus den Sammlungen der medizinhistorischen Museen kennen. Doch die isolierten Körper sind sehr lebendig und keineswegs tot. Ihre Aktivität lässt den Vergleich mit dem anatomischen Präparat schnell vergessen. Die Köpfe drehen sich wie Globen um ihre eigene Achse. Die vorbeiziehenden Gesichter werden zu Weltkarten von bereits gelebten Leben. In rätselhaften Worten sprechen die eingeschlossenen Geister zu sich und zu uns. Sie sprechen von Liebe und Sehnsucht, von Nähe und Distanz, von Hoffnung und Zuversicht. Die poetische Präsenz der konservierten und getrennten Individuen vermittelt ein kraftvolles und sehr aktuelles Bild menschlicher Aggregatzustände.


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«ex vivo - in vitro», Frantiček Klossner, Videoinstallation, Neuer Kunstverein Aschaffenburg - Kunstlanding, 2016

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«Stille Reserven», Begehbarer Kühlraum mit gefrorenen Selbstportraits, Franticek Klossner, Kunstsammlung Rik Reinking Hamburg, Kunsthalle Osnabrück, 2011

im Atem des Betrachters

Kunsthalle Osnabrück, Katalogtext, 2011: Im fahlen Licht einer Glühlampe lagert der Künstler eine Vielzahl gefrorener Selbstporträts. Die skurrile Sammlung wirkt wie ein klinisches Experiment. Auf Metallregalen sind die luziden Köpfe des Künstlers frontal aufgereiht. Jeder Kopf ist durch den Gefrierprozess anders ausgeformt: Aufgeborsten, zerrissen, gespalten oder als perfektes Abbild widerspiegeln sie die gesamte Palette von Deformation und Formveränderung. Konfrontiert mit diesen „tiefgefrorenen Ichs“ denken wir unwillkürlich an Richard David Prechts Bestseller „Wer bin ich - und wenn ja, wie viele?“. Die verwundbare Körperlichkeit der eingelagerten «Ichs», wird zum Sinnbild menschlicher Konditionen. In der Kälte des Kühlraums, intensivieren sich die Prozesse unserer Wahrnehmung: Mit jedem Atemzug dringt die Kälte in uns ein! Wir atmen das Werk ein ... und hinterlassen beim Ausatmen, durch die Erwärmung unserer Atemluft, einen stetig wachsenden Raureif auf den gefrorenen Köpfen. Wie ein feiner Pelz legt sich der Atem des Publikums auf das Werk des Künstlers.


Franticek Klossner - Sammlung Reinking - Gegenwartskunst Hamburg Deutschland

Der menschliche Körper in der zeitgenössischen Kunst - Sammlung Reinking - Gegenwartskunst - Klossner Franticek - Frantiček - Schweizer Künstler

Melting Selves

Frantiček Klossner bezeichnet seine Werkreihe mit gefrorenen Portraits und Körpern als „Infinite Performance“. Das performative Konzept ist nicht nur für die Dauer einer Ausstellung angelegt, es erstreckt sich bereits über 25 Jahre, seit seinen ersten „Einfrierungen“ (1990) bis heute in jeweils neuem Kontext in zahlreichen installativen oder medialen Variationen. Jede erneute Inszenierung ist ein zeitlich begrenzter Vorgang, an dem der Betrachter unwillkürlich beteiligt ist. Es geht also nicht allein um das Miteinander sich gegenseitig überlagernder Bilder und um ein Portrait aus Eis, das langsam abschmilzt, sondern auch und vor allem um eine Durchdringung und Überlagerung im gedanklich-ästhetischen Sinne. Die im Ausstellungsraum platzierten Elemente bedingen einander und sind in der Lage in ihrer Gesamtheit Gedanken, Gefühle und Erinnerungen zu stimulieren, deren Miteinander bereits kunstspezifisch ist. Das rhythmisch bewegte Videobild und der Eiskopf laden zur Meditation über verrinnende Zeit, Lebenszeit und Vergänglichkeit ein. Die Tatsache, dass es sich beim Material des Kopfes um gefrorenes Wasser handelt, welches im Laufe der Zeit schmilzt, macht sie zu einem sehr ephemeren »Menschenbild«, das sich im Laufe der Zeit sichtbar verändert, um sich am Ende aufzulösen. Dieses »Immer-Weniger-Werden« der eisig-festen Substanz und das langsame Abtropfen des Schmelzwassers gehören somit zum Werkverständnis und zum Konzept Klossners. Eine Skulptur auf Zeit sozusagen, ein Bild in permanenter Auflösung, welches mannigfache, durchaus widersprüchliche Assoziationen beim Betrachter auszulösen vermag. Faktisch handelt es sich hier um einen völlig normalen physikalischen Vorgang, um den veranschaulichten Wechsel von einem festen in einen flüssigen Aggregatzustand. Doch geht es Klossner nicht um eine naturwissenschaftliche Versuchsanordnung, sondern um ein Kunstwerk und damit um eine mehrdeutige symbolische Setzung und um die bewusste Re-aktivierung von Jahrtausende alten Vorstellungen von Zeit. Klossner geht es zudem um die augenfällige Generierung eines Menschenbildes, das Zeit gleichsam verkörpert und damit thematisch auch um die existenzielle Frage nach der „Inneren Zeit“ und der „Äußeren Zeit“ eines Menschen. (Text: Peter Friese, Kunstverein Ruhr, 2015)


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Gefrorenes Selbst

Über einer großen Wasserfläche hängt ein Selbstportrait des Künstlers aus Eis. Am Anfang seiner Hängung ist es der exakte 1:1 Abguss des Künstlerkopfes. Frisch aus dem Kühlraum an einer Metallschlaufe kopfüber aufgehängt überzieht sich dieser beeindruckende Eiskörper zunächst mit einer samtartig weißen Schicht aus Raureif, bevor er durch die Raumtemperatur bedingt allmählich zu schmelzen beginnt. Schließlich lösen sich die feinen weißen Eiskristalle auf und die fallenden Wassertropfen werden zum Herzrhythmus der Videoinstallation.

Auf das Wasser projiziert, erscheinen abwechselnd Videoaufnahmen eines aufmerksam blickenden Auges und das Bild eines nackten jungen Mannes in Embryonalhaltung. Ein Videoprojektor wurde so platziert, dass diese Bilder von der Wasseroberfläche auf die gegenüberliegende Wand des Raumes exakt gespiegelt und vergrößert werden. Die ständig fallenden unregelmässigen Wassertropfen des abschmelzenden Künstlerkopfes aber erzeugen – wie einzelne Regentropfen auf einem See – naturgemäß konzentrisch pulsierende Kreise auf dem Wasser. Und weil es sich bei der Videoprojektion um ein „Lichtbild“ handelt, erzeugen die Wellen vielfache Lichtbrechungen und visuelle Amplituden innerhalb des Spiegelbildes wie auch in der Bildprojektion. Auf diese Weise entsteht eine eindrückliche, sich ständig verändernde Situation – sowohl auf der Wasseroberfläche, als auch im eigentlichen Video, in die der Betrachter wie von selbst einbezogen wird. Es sieht so aus, als würde der Blick des Betrachters durch den hypnotischen Gegenblick des großen Auges beantwortet, dem dann der zusammengekauerte Körper des nackten jungen Mannes folgt. Und alles das wird durchdrungen durch die von den Wassertropfen ausgehenden dynamisch konzentrischen Kreise und Schwingungen, um sich schließlich zu einem eindrücklichen, die Aufmerksamkeit des Betrachters herausfordernden Gesamtbild zu verdichten. (Text: Peter Friese, Kunstverein Ruhr, 2015)

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Ausstellungsansicht "Danse Macabre", Museum für Kommunikation Bern, "X-ray of My Skull" von Meret Oppenheim (1964) und "My skull is given a face", X-ray Video von Frantiček Klossner (1999)

X-ray Video Performance

Léonard Cuènoud, Hess Collection, Katalogtext, 2000: Das Skelett eines menschlichen Schädels, das sich lebhaft bewegt und uns aus seinen knochigen Augenhöhlen anschaut, wirkt beängstigend und irritierend. Leibhaftig ein Totenschädel, lebendig? Das unkonventionelle Selbstportrait in Röntgendurchleuchtung ist in die klassisch anmutende Form eines Medaillons gefasst und verweist damit auf die Bildcharakteristik von Trauerschmuck aus den Nachkriegsjahren. Doch Frantiček Klossners Videoperformance ist ein Memento mori voller Selbstironie und spürbarer Lust am künstlerischen Experiment mit bildgebenden Medien aus der Medizin. Die beklemmenden Assoziationen werden deutlich kontrastiert von hintersinnigem Schalk und schwarzem Humor. Der Tod scheint uns sagen zu wollen, dass das Leben nach dem Tod genauso sinnlich und skurril sein wird, wie unsere widersprüchliche Existenz in jener Zeit, die wir Gegenwart nennen.


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«Meinem Schädel wird ein Gesicht gegeben», experimentelles X-ray Video, Autoskopie, Franticek Klossner, 1999

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«Die Häutung eines Künstlers», Metamorphosen einer Individuation, Frantiček Klossner, Museum für Kunst und Geschichte Freiburg, Ausstellung «Le corps et le sacré», 2021

Die Haut, die ich nicht mehr bewohne

Die Transformationen und Fragmentierungen des Körpers sind zentrale Aspekte in den Werken von Frantiček Klossner. Seit 1989 stellt er lebensgroße "Häute" aus Naturkautschuk her. Dabei handelt es sich um realistische Abgüsse seines eigenen Körpers, die er zum Einfrieren seiner oft ausgestellten Porträtbüsten aus Eis, den "Melting Selves", verwendet. Im Laufe dieses über 30 Jahre andauernden künstlerischen Arbeitsprozesses hat sich eine große Anzahl von "Häutungen" angesammelt. Es handelt sich dabei um zurückgelassene Relikte aus früheren Lebens- und Schaffensphasen, aus denen der Mensch bereits entflohen ist und aus denen der Künstler hervorgegangen ist. Die Spuren der jeweiligen Arbeitsschritte, Kratzer, Schnitte, Striemen und Verletzungen, verleihen jeder Haut ein individuelles Aussehen. Die von sich selbst abgenommenen und konservierten Fragmente eines künstlerischen Werdegangs können im Fall von Frantiček Klossner auch als ritualisierte «Ablösungen» in seinem Individuationsprozess als Mensch gelesen werden. Die "Häutung" ist ein klares physisches Signal für eine psychologische und spirituelle Veränderung. Frantiček Klossners "Häutungen" treten so in einen Dialog mit wirkmächtigen Bildern der europäischen Kulturgeschichte, wie dem griechisch-römischen Marsyas-Mythos oder dem Martyrium des Apostels Bartholomäus. Das immer wiederkehrende Abstreifen der eigenen Haut ermöglicht es Franticek Klossner, den Lauf der Zeit zu verkörpern, seine persönlichen Entwicklungsschritte als Mensch und Künstler zu visualisieren, seine Metamorphosen und seinen Lebensweg zu materialisieren - wie eine Schlange, die ihre eigene Haut mehrmals verlässt, wenn sie ihr entwachsen ist.

 

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«Häutung», 2001, die Haut, die ich nicht mehr bewohne, Frantiček Klossner, Kunstsammlung Carola und Günther Ketterer Ertle

Klossner Franticek - Gedenkausstellung für Harald Szeemann - Kunst der Gegenwart - Kunsthalle Bern - Schweiz -

Gedenkausstellung für Harald Szeemann

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Franticek Klossner, «Bilaterale Beziehungen», 2014, Alexander Tschäppät und Klaus Wowereit mit einer Texttafel aus der Reihe «Kunst macht Politik», Foto: Simon Schmid

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Kunst und Krieg - Neue Galerie Graz Universalmuseum Joanneum - Interaktive Kunst
«Appell und Rapport», Interaktive Videoinstallation, Franticek Klossner, Kunstmuseum Solothurn, 2001

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Franticek Klossner - Kunst und Psyche - Das Unbewusste in der Kunst - Ontogenese - Individuation
«Kairos und Chronos», performative Videoinstallation, Franticek Klossner, Kunstverein Ruhr, Essen, NRW, 2015

Einzelausstellungen

2018 - Galerie Da Mihi, Bern

2015 - Kunstverein Ruhr, Essen, NRW

2014 - Galerie Beatrice Brunner, Bern

2014 - Ostschweizer Kunsthalle Wil

2013 - Kunsthaus Interlaken

2012 - Edition Multiple, Bern

2010 - Kunst in St. Peter und Paul, Bern

2008 - Kunstmuseum Solothurn

2007 - Centro de Expresiones Contemporáneas, Rosario, ARG

2007 - Valiart Medienkunstraum, Bern

2006 - Galerie Mönch Contemporary Art, Berlin

2006 - Galerie Imoberdorf, Murten

2005 - Centro de Artes Plásticas y Diseño, Santiago de Cuba

2004 - Museo de Arte Moderno de Buenos Aires MAMBA, ARG

2003 - Galerie Donzé van Saanen, Lausanne

2003 - Kornhausforum Bern

2003 - Museum Kaisertrutz Görlitz

2003 - Kunstpanorama Luzern

2003 - Forum d’art contemporain de Sierre

2002 - Espace Flon, Lausanne

2002 - Centro d’Arte Contemporanea Ticino

2002 - Galerie Bernhard Bischoff, Thun

2002 - Galerie Martin Krebs, Bern

2001 - Kunsthaus Grenchen

2000 - Kornhausforum Bern

1998 - St. Ursenkathedrale Solothurn

1997 - Galerie Michael Krethlow, Bern

1996 - Kultur Kreuz Solothurn

1994 - Galerie Simulakrum, Mainz

1994 - Stufenbau Bern

1994 - Galerie für Medienkunst, Wiesbaden

1993 - Galerie Rigassi, Bern

1993 - Kulturzentrum Kiff, Aarau

1992 - Kunstraum am Höchster Schloßplatz, Frankfurt

1992 - Barak Galerie für Gegenwartskunst, Bern

1989 - «Videolog» mit Ralph Bender, Galerie Lydia Megert, Bern

1989 - Kunstverein Offenbach am Main


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«Melting Selves», Rolex Learning Center, EPF Lausanne, Switzerland, 2013

Gruppenausstellungen

2021 - «Le corps et le sacré», Musée d'art et d'historie Fribourg

2021 - «Art Soin», Musée de la main UNIL-CHUV, Lausanne

2021 - «Supermarkt», Galerie Mayhaus, Erlach

2021 - «Schweizer Skulptur seit 1945», Aargauer Kunsthaus

2021 - «Lichtkunst», Dietikon

2020 - «Videocity Basel», Congress Center Basel

2019 - «Juliäum» 10 Jahre Kunsthaus Interlaken

2019 - «Facing History», Universität Bern

2019 - «Videocity Basel», Congress Center Basel

2019 - «Imago», Kunsthalle Palazzo, Liestal

2019 - «50 Jahre Departement Wirtschaft», BFH Bern

2018 - «Leben in der Kunst», Sammlung Ketterer-Ertle, Mobiliar Bern

2018 - «Mosaik», Galerie Mayhaus, Erlach

2018 - «Fields of Disappearance II», Stiftung Binz, Zürich

2017 - «Writing Pictures», Plakartive Bielefeld

2017 - «Ich Nicht Ich», Kunsthaus Zofingen

2017 - «Erotika», Galerie Mayhaus, Erlach

2017 - «In-Visible Limits», Kunstzeughaus Rapperswil

2016 - «Lumière d'hiver», Fondation Von Rütte, Biel

2016 - «In-Visible Limits», Neuer Kunstverein Aschaffenburg

2016 - «Pink Panorama», Kunsthalle Luzern

2016 - «In-Visible Limits», Kunstverein Konstanz

2016 - «Danse Macabre», Museum für Kommunikation Bern

2016 - «In-Visible Limits», Kunsthaus Interlaken

2015 - «Hold the Line», Galerie Mönch, Berlin

2015 - «Artposition», Blue Factory, Fribourg

2015 - «l'immagine di sè», Villa Croce, Genova

2015 - «Fragile», Galerie C, Neuchâtel

2014 - «Performative Video Art», G12 HUB Gallery, Belgrade

2014 - «Existenzielle Bildwelten», Museum für moderne Kunst Weserburg Bremen

2014 - «Artist's Books», Graphische Sammlung der Schweizerischen Nationalbibliothek

2014 - «Underground», Fort Schoenenbourg, Ligne Maginot d'Alsac

2014 - «Des hommes et la forêt», Musée historique, Château de Nyon

2013 - «Das schwache Geschlecht», Kunstmuseum Bern

2013 - «Cantonale», Kunsthalle Bern

2013 - «Videokunst International», Museum Wörlen Passau

2013 - «Brainwave», Rolex Learning Center EPFL, Lausanne

2013 - «The way we were», Galeri Zilberman, Istanbul

2013 - «Paper Cuts» Schweizerisches Nationalmuseum, Schwyz

2013 - «Feu Sacré», Kunstmuseum Bern

2013 - «Selbst im Bild», Kornhausforum Bern

2012 - «Swiss Performative Video Art», Espacio Trapézio, Madrid

2012 - «Der Spiegel des Narziss», Galerie des Landes Tirol, Taxispalais, Innsbruck

2012 - «Wild at Heart», Contemporaine Bern

2012 - «The Pictured Self», Cercle Artistic de Sant Lluc, Barcelona

2012 - «Cantonale», Kunsthaus Interlaken

2011 - «Bodies», Kunsthalle Osnabrück

2011 - «Peau», Musée de la main UNIL-CHUV, Lausanne

2011 - «Videocreacion Suiza», Semana de la Francofonia, Havana

2010 - «Afterpiece - Performance Art on Video», Galerie Claudia Groeflin, Zürich

2010 - «Videos au château», Château Mercier, Sierre

2010 - «Images», Festival des arts visuels, Vevey

2010 - «Schweizer Videokunst», Kinoptikum Landshut

2010 - «Looping Memories», Fundaciò Suñol, Barcelona

2010 - «Proyecto Circo», Videoarte, Havana

2010 - «Videocreacion», MECA Mediterráneo Centro Artístico, Almeria

2010 - «Looping Memories», Art Karlsruhe

2009 - «Cantonale», Kunsthaus Interlaken

2009 - «Looping Memories», Zentrum für Kulturproduktion Progr, Bern

2009 - «Feu Sacré», Nacht der Religionen, Bern

2008 - «Forum Junge Kunst», Zug

2008 - «Sélection», Galerie Martin Krebs, Bern

2007 - «Art en plein air», Môtiers, Val de Travers

2007 - «Sammlung Ketterer-Ertle», Museum Liner, Appenzell

2007 - «Biennale de l'image en mouvement», Genève

2007 - «Les rêves du château», Musée historique, Château de Nyon

2007 - «Art-Clips», Zentrum für Kunst und Medien ZKM, Karlsruhe

2007 - «Art-Clips Performativ», Galerie Henze & Ketterer, Bern

2006 - «Gedenkausstellung für Harald Szeemann», Kunsthalle Bern

2006 - «The world is not enough», Bund Bildender Künstler Leipzig

2006 - «Spaziarte», Museo nazionale delle arti, MAXXI Roma

2006 - «Art-Clips», Kunstraum Innsbruck

2006 - «Mapping Switzerland», Seedamm Kulturzentrum Pfäffikon

2006 - «Brückenpark im Licht», Stadthalle Görlitz

2006 - «Die Büste seit Auguste Rodin», Museum Liner, Appenzell

2005 - «Die Büste seit Auguste Rodin», Kunsthalle Emden

2005 - «Brainfair», Festival Science et Cite, KKL Luzern

2005 - «Esprit, tu es là ?», Musée de la main UNIL-CHUV, Lausanne

2005 - «Die Büste seit Auguste Rodin», Städtische Museen Heilbronn

2005 - «Videokunst», Forum für Kunst und Medien, Zgorzelec

2005 - «Keiner hilft keinem», Kunsthalle Bern

2004 - «So wie die Dinge liegen», Hartware Medien Kunstverein, Dortmund

2004 - «European Space», 9th Sculpture Quadrennial, Riga

2004 - «I need You», Kunsthaus PasquArt, Biel

2003 - «Kunst und Krieg», Neue Galerie Joanneum, Graz

2003 - «Not Only Chocolate», Center for Contemporary Art, Kiev

2003 - «Erste Berner Museumsnacht», Kornhausforum Bern

2003 - «À mon seul désir», Historisches Museum Bern

2003 - «Selbstdarsteller», Seedamm Kulturzentrum Pfäffikon

2002 - «Zeitgenössiche Wandmalerei», Kunstmuseum Solothurn

2002 - «Fe-Male», Centro d’Arte Contemporanea Ticino

2002 - «Gewalt-Sphären», Universität Bern

2002 - «Die zwölf Nächte von Sodom», Arthouse Kino Zürich

2001 - «Die Kunstsammlung der Mobiliar», Kunstmuseum Bern

2001 - «Edle Wirkung», Historisches Museum Bern

2001 - «Building for Books», Schweizerische Nationalbibliothek

2001 - «Cantonale», Kunsthalle Bern

2001 - «Organes», Musée de la main UNIL-CHUV, Lausanne

2000 - «Steirische Landesausstellung», Dom im Berg, Graz

2000 - «Gegenwartskunst aus Berner Sammlungen», Kunstmuseum Bern

2000 - «Bildersturm», Historisches Museum Bern

2000 - «Artkino Videokunst», Art Frankfurt

2000 - «Zeitpunkte», Galerie René Steiner, Erlach

1999 - «Kunstpreis der Böttcherstrasse», Kunsthalle Bremen

1999 - «Ich brauche», Solothurner Filmtage

1999 - «Queersicht», Filmfestival Bern

1999 - «Das traurige Jahrhundert nach Vilém Flusser», Neue Galerie Luzern

1999 - «Dogdays are over», Centre Culturel Suisse, CCS Paris

1998 - «Biennale Internationale du film sur l'art», Centre Georges Pompidou, Paris

1998 - «Vor siete qui», Istituto Svizzero di Roma

1998 - «Freie Sicht aufs Mittelmeer», Kunsthaus Zürich

1998 - «Field», Kunsthaus Zürich

1998 - «Arte e riciclaggio», Associazione CREAR, Roma

1998 - «Medienkörper», Castel Burio, Costigliole d’Asti

1997 - «Out on the Screen», Filmfestival, Los Angeles

1997 - «The 19th Tokyo Video Festival», Tokyo

1997 - «Field im Oleoturm», Zürich

1997 - «Sequenze labili», Sala 1, Centro internazionale d'arte contemporanea, Roma

1997 - «Profession Obsession», Graphische Sammlung Schweizerische Landesbibliothek

1996 - «Der ditte Ort», Kunsthaus PasquArt, Biel

1996 - «Cabines de bain», Centre d’art contemporain de Fribourg

1996 - «Videoart in Europe», Statens Museum for Kunst, Kobenhavn

1996 - «Video- und Filmfestival der Länder Thüringen und Rheinland-Pfalz», Gera

1995 - «Cantonale», Kunsthalle Bern

1994 - «Videoinstallationen - Szene Schweiz»,  Kunsthaus Langenthal

1993 - «Aeschlimann Corti Stipendium», Kunsthaus PasquArt, Biel

1992 - «Kunst und Kälte», Kunstraum der Neckarwerke Stuttgart

1990 - «Junge Kunst in Europa», Deutsche Messe Hannover

1989 - «Das laufende Bild», Kunsthalle Bern

1989 - «Année de la Révolution», Maison des Arts, Bédarieux

1988 - «Künstler aus Bern», Shed-Halle Zürich

1987 - «Cantonale», Kunsthalle Bern


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"La sincérité", Franticek Klossner, Choreographie für die Tanzkompanie des Stadttheaters Bern, interdisziplinärer Ballettabend «Beauty More Than Me», 2017

Performances, Theater und Choreografien

2016 - «Das Denkgerüst», Berner Münster

2013 - «Charisma, Lust und Libido», Kunstmuseum Bern

Performance zur Ausstellung «Meret's Funken»

2010 - «Kultur ist ein Lebensmittel», Coop Megastore, Wankdorf Center Bern

2009 - «Küss meine Seele und schweig», Kunstmuseum Bern

Performance mit Eva Marianne Berger zur Ausstellung von Tracey Emin

2007 - «La Sincérité», Stadttheater Bern

2007 - «Beauty More Than Me», Stadttheater Bern

zwei Choreografien für die Tanzcompagnie des Stadttheaters

2006 - «Die Bücherschlacht», Schweizerische Nationalbibliothek Bern

2000 - «Bildersturm», Historisches Museum Bern

1998 - «Quid Quid Latet Apparebit», Kunsthaus Zürich

1998 - «Appunti Spezzati», Schweizerisches institut in Rom

1996 - «His- & Herstory», Centre Pasquart Biel

1996 - «Video Dinner», Museum Neuhaus Biel

1992 - «Brain Wave», Kunsthalle Basel

Performance zur Ausstellung von Saner & Chiarenza & Hauser

1989 - «Cut», Galerie Lydia Megert, Bern

Performance mit Norbert Klassen

1989 - «Jedem seine Schlange», Dampfzentrale Bern

Expanded Theater mit Christoph Marti, Coco Lorétan, Ralf Bender

1989 - «Videolog» mit Ralph Bender, Galerie Lydia Megert, Bern

1988 - «Come illuminarsi l'un l'altro», mit Verena Schwab, Castel Burio, Asti

Performancereihe mit Verena Schwab

1988 - «How to enlighten each other», mit Verena Schwab, Shedhalle Zürich

1988 - «Wie wir uns gegenseitig erleuchten», mit Verena Schwab, Kunsthalle Bern

1987 - «Bildbeschreibung», Performancegruppe STOPPT, Dampfzentrale Bern

Performancereihe mit Ursina Rösch

1987 - «Charakterverpackungen», mit Ursina Rösch, Art Basel

1986 - «Charakterverpackungen», mit Ursina Rösch, Castel Burio, Asti


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"La sincérité", Franticek Klossner, Choreographie für die Tanzkompanie des Stadttheaters Bern, interdisziplinärer Ballettabend «Beauty More Than Me», 2017

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«Unterbrochene Notizen», Visual Poetry, Permanente Installation, Schweizerisches Institut in Rom, 1998

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«me verás si me piensas», Signatur auf Körper zur Eröffnung des Kunst am Bau Projekts am Schweizerischen Insituts in Rom, 1998