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La Sincérité

Choreografie von Frantiček Klossner für die Tanzcompagnie des Stadttheaters Bern, Uraufführung 2007

 

Choreografie und Inszenierung: Franticek Klossner, Tanz: Chantal Claret, Abigail Cowen, Yen-Ching Lin, Ariadna Montfort, Emma Murray, Patricia Vazquez, Yaël Zuckmann, Dominik Druch, Stephen Laks, Bruce McCormick, Joshua Monten, Erik Wagner, Leitung Tanzcompagnie: Stijn Celis, Musik: Don Li, Kostüme: Catherine Voeffrey, Ausstattung und Bühnenbildassistenz: Stefanie Liniger, Bühnentechnik: Roger Grandi und Jürg Streit, Audiotechnik: Bruno Benedetti, Fotos: Philipp Ziniker, Simon Schmid



Franticek Klossner - Frantiček - Tanzcompagnie Konzert Theater Bern Switzerland - Contemporary Dance - The art of choreography
Franticek Klossner, La sincérité, Choreografie für die Tanzcompagnie des Stadttheaters Bern, 2007

Sprachkörper und Körpersprache

Theater Zeitung Zürich, 2007, Kurt Büchler zu den Choreografien des Künstlers Frantiček Klossner am Stadttheater Bern.

Stijn Celis, der scheidende Ballett-Chef am Stadttheater Bern, hat den Medienkünstler Frantiček Klossner zu einer Koproduktion eingeladen. Zusammen mit dem Komponisten Don Li und dem Philosophen Gerhard Johann Lischka, hat er mit der Tanzcompagnie des Stadttheaters Bern zwei multimediale Choreografien entwickelt.

 

DIE SCHÖNHEIT DER SCHÖNHEIT

Die bekannte Stimme von Charles Clerc, dem vormaligen Tagesschausprecher des Schweizer Fernsehens, führt als musikalische Partitur durch die Performance. Das Bühnenbild besteht aus einer raumfüllenden Videoprojektion. Sieben grossformatige Portraits des Sprechers drehen sich wie Globen kreisend ineinander und gegeneinander. Seine vertraute Stimme liest ein Essay des Berner Kulturphilosophen Gerhard Johann Lischka über die Phänomene der Schönheit. Vor den kreisenden Portraits erscheint wie von Geisterhand, am Trapez in den Bühnenraum hochgezogen, der Solotänzer Dominik Druch. In minimalistischen Bewegungen vollzieht er eine eindrückliche Performance die seinen Körper wie rhythmische Wellen von den Zehenspitzen zu den Fingerspitzen durchfliesst. Die konzentrierte Spannung des Körpers erzeugt in ihrer tänzerischen Qualität eine unglaubliche Präsenz der man sich nicht entziehen kann. Frantiček Klossner entwirft mit dieser Inszenierung ein eindrückliches wirkmächtiges Bild. Die Gleichzeitigkeit von verbaler Sprache und körperlicher Sprache sowie das Ineinandergreifen von Philosophie, Bewegung, Raum und Zeit entwickelt im Zusammenspiel eine frappante Unmittelbarkeit die das Publikum in sehr direkter Weise involviert. Die Performance besticht durch die Körperlichkeit die von einer leidenschaftlichen Sinnlichkeit getragen wird.

 

LA SINCERITE

Auch die zweite Choreografie des Abends basiert auf einer musikalischen Partitur mit einer Sprechstimme. Frantiček Klossner hat in den Archiven des Musée Edith Piaf in Paris nach Sprachaufnahmen aus Interviews und unveröffentlichten Dokumenten gesucht und die Aussagen der Sängerin zu einer ergreifenden Textpartitur zusammengestellt. Die Piaf spricht über die Liebe, über das Leben und über die Ehrlichkeit die als Ausgangspunkt für jegliche Kunst unabdingbar ist. Die Piaf singt nicht... sie erzählt, sinniert und überrascht mit zeitlos aktueller Argumentation wenn sie das künstlerische Schaffen ergründet. Zur Bearbeitung dieser Raritäten aus den Archiven der Piaf hat Frantiček Klossner den Berner Komponisten Don Li eingeladen, der die rhythmischen Variationen und die Melodie der Sprachfragmente als Grundlage für eine musikalische Komposition genutzt hat. Das Zusammenspiel von historischen Sprachaufnahmen und aktueller zeitgenössischer Musik führt zu einem sehr eindringlichen Hörerlebnis, das die Stimme der Piaf in noch nie gehörter Form und in aufrüttelnder Weise neu erlebbar macht. Frantiček Klossners Choreografie wird einerseits von diesem unkonventionellen Hörerlebnis geprägt und andererseits durch ein bewegtes Bühnenbild strukturiert, das den Tänzerinnen und Tänzern des Berner Stadttheaters einen sehr strengen und konsequenten Rahmen für ihre Performances bietet. Ihr Aktionsradius wird durch stetig bewegte Horizonte eingegrenzt. Transluzide Panels überlagern sich kontinuierlich seitwärts gegen- und hintereinander. Die Körper der Performenden befinden sich in stetigem Wandel zwischen verschiedenen lichtdurchfluteten Ebenen, zwischen zweidimensionaler und dreidimensionaler Präsenz. Schattenspiel und Körperspiel imaginieren eine Welt zwischen Tod und Leben, zwischen Erinnerung und Gegenwart.


Klossner Franticek - Tanz - Performance - Choreografie - Konzert Theater Bern Switzerland - Contemporary Dance - The art of choreography
La sincérité, Franticek Klossner, Choreografie für die Tanzcompagnie des Stadttheaters Bern, 2007

Charels Clerc - Stadttheater Bern - G. J. Lischka

Die Schönheit der Schönheit

Choreografie und Inszenierung: Franticek Klossner, Text: Gerhard Johann Lischka, Stimme: Charles Clerc, Tanz: Chantal Claret, Abigail Cowen, Yen-Ching Lin, Ariadna Montfort, Emma Murray, Patricia Vazquez, Yaël Zuckmann, Dominik Druch, Stephen Laks, Bruce McCormick, Joshua Monten, Erik Wagner, Leitung Tanzcompagnie: Stijn Celis, Kostüme: Catherine Voeffrey, Ausstattung: Stefanie Liniger, Audiotechnik: Bruno Benedetti, Video: Franticek Klossner, Bühnentechnik: Jürg Streit, Fotos: Philipp Ziniker, Simon Schmid



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Die Schönheit der Schönheit, Tanzcompagnie Bern, 2007

Konzert Theater Bern - Tanz


Contemporary Dance - The art of choreography