Klossner Franticek Kunstmuseum Bern Videokunst Bernische Kunstgesellschaft

Feu sacré

Kunstmuseum Bern

20. Sept. 2013 - 5. Januar 2014

kuratiert von Annick Haldemann

 

Mit der Jubiläumsausstellung der Bernischen Kunstgesellschaft (200 Jahre) präsentiert das Kunstmuseum Bern eine grosse Retrospektive des Schweizer Kunstschaffens, die über die Landesgrenze hinaus Interesse wecken wird. Sie umfasst ein gewaltiges Spektrum an Techniken und Strömungen: von der Abstraktion in den 1940er-Jahren über Konkrete Kunst zum Tachismus, Pop-Art, Fotorealismus sowie Video- und Medienkunst.

 

Die Ausstellung setzt sich zusammen aus den Werken von Künstlerinnen und Künstlern, die mit einem AC-Kunstpreis ausgezeichnet wurden. Seit der Gründung der Aeschlimann Corti Stiftung für bildende Kunst in Bern ( 1942 ) wurden insgesamt 193 Preisträgerinnen und Preisträger ausgezeichnet, darunter viele Kunstschaffende, die heute international renommiert sind, so zum Beispiel Franz Gertsch, Marie-Antoniette Chiarenza und Daniel Hauser, San Keller, Frantiček Klossner, Sabina Lang und Daniel Baumann, Reto Leibundgut, Chantal Michel, Markus Raetz, Kotscha Reist, Illona Ruegg und George Steinmann. Nicht weniger bekannt als die Preisträgerinnen und Preisträger waren auch die Jurymitglieder des AC-Kunstpreises: z.B. Meret Oppenheim, Harald Szeemann, Bice Curiger, Ulrich Loock, Nika Spalinger, Gianni Jetzer, Samuel Herzog, Andreas Fiedler und Roger Fayet.



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Performative Videoinstallation

Realität und simulierte Realität drohen ununterscheidbar zu werden. Damit erweist sich Klossners Videoinstallation als eminent aktuelles Werk. Denn angesichts von virtuellen Welten oder aber auch gentechnischer Machbarkeit jetzt noch fiktiver Lebensformen ist die Erfahrung des Geltungsverlustes einstmals so evidenter Kategorien wie Echtheit und Fälschung, Sein und Schein, Wirklichkeit und Möglichkeit für das späte 20. Jhd. zeittypisch und spezifisch. Mit diesen Begriffen spielt Klossners Videoinstallation geradezu leichtsinnig und vielleicht gerade deshalb überzeugend virtuos. So gerät man beim logischen Nachvollzug der installativen Zusammenhänge in Verwicklungen. Die Wellen, Wirkung des abschmelzenden Eiskopfes, erscheinen in der Reflektion des Wasserbildes auf der gegenüberliegenden Wand als Wirkung auf eben dieses Portrait in Eis, nämlich als „Ausfluten von gerichteter Blickenergie“. Und natürlich wissen wir, dass es die Raumtemperatur ist, die Klossners Eisportrait schmelzen lässt, aber wer könnte sich der Poesie der Vorstellung entziehen, es könnte diese Blickenergie sein, die das Schmelzen vollbringt, das in Wirklichkeit Urheber der Wellen ist? Der Ursachenzusammenhang stellt sich plötzlich genau andersherum dar und ist in ein absurdes Perpetuum Mobile umgebogen. In seiner Direktheit kann man das von Klossner entwickelte Wahrnehmungskarussell als Basis für ernsthafte ontologische Überlegungen sehr wohl ablehnen. Dann aber verschliesst sich einem auch die Schönheit dieser Kunstwelt, eben ihre künstlerische Qualität, die ihre Faktoren gerade aus dem Zusammenspiel gegensätzlicher Sichtweisen gewinnt. Der entscheidene Mitspieler, der Betrachter, wird hier gezielt auf die Probe gestellt.


FEU SACRE Kunstgesellschaft Bern BKG

Feu sacré

Jubiläum 200 Jahre Bernische Kunstgesellschaft BKG

Jovis Verlag, 2013

216 Seiten / Deutsch / Französisch

Hrsg. Kunstmuseum Bern, Matthias Frehner, Annick Haldemann

Mit Texten von Kathleen Bühler, Matthias Frehner, Annick Haldemann, Alice Henkes, Daniel Spanke, Konrad Tobler, Fred Zaugg, Annelise Zwez und Werken von Peter Aerschmann, Christian Denzler, Franz Gertsch, Claude Hohl, San Keller, Frantiček Klossner, Reto Leibundgut, Bernhard Luginbühl, L/B, Chantal Michel, Markus Raetz, Kotscha Reist, Relax - Marie-Antoniette Chiarenza und Daniel Hauser, Illona Ruegg, Julia Steiner, George Steinmann, Niklaus Wenger und Zimoun



Stefanie Christ / Berner Zeitung BZ / 19.09.2013

Die nach Epochen gegliederte Ausstellung lässt verschiedene Schlüsse über das Berner Kunstschaffen zu. Ab den Neunzigerjahren zeichnet sich eine Zunahme multimedialer Werke ab. Wunderschönes Beispiel die performative Videoinstallation von Frantiček Klossner aus dem Jahr 1992. Ein Abguss des Künstlerkopfs aus Eis hängt von der Decke. Das Schmelzwasser tropft in ein darunter liegendes Becken und verzerrt das Bild eines sich windenden Körpers, das auf die Wasseroberfläche projiziert wird.


Alexander Sury / Der Bund / 19.09.2013

Ein Wiedersehen mit brillanten Werken, die neben der bestechenden technischen Realisierung auch mit einer verspielten, hintersinnigen Haltung überzeugen: Franticek Klossners Videoinstallation mit einem schmelzenden Selbstporträt aus Eis oder Zimouns vibrierende und dröhnende Kartons auf einem EU-Palett, in deren Inneren Gleichstrommotore Sagexbällchen herumwirbeln.


Christine Breyhan / Kunstforum International / 2014

Künstlergespräch mit Frantiček Klossner


Swiss Contemporary Art - Museum of Fine Arts Berne Switzerland - Frozen Self Portrait - Melting Selves - Klossner Franticek - Frantiček

art contemporain suisse - Musée des Beaux-Arts Bern

Award-winning Swiss artists

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