Kunsthaus Rapperswil - Invisible Limits

26. Februar - 30. April 2017

kuratiert von Peter Stohler und Raimund Menges, mit Werken von Anna Anders, Klaudia Dietewich, Glaser/Kunz, Franticek Klossner, Mareike Lee, Maboart, Victorine Müller, Nicolai Rapp. Die Ausstellung wurde 2016 im Neuen Kunstverein Aschaffenburg, im Kunstverein Konstanz sowie im Kunsthaus Interlaken gezeigt und gelangt 2017 in erweiterter Form ins Kunst(zeug)haus Rapperswil-Jona.


Videoinstallation - Franticek Klossner - Gerrit Bernstein - Fabian Eyer - Anna Vera Messmer - Johannes Schumacher - Kunstverein Konstanz - Kunstlanding Aschaffenburg

Menschliche Seinszustände

Das Schaffen des Schweizer Künstlers Franticek Klossner ist durchdrungen von existenziellen Fragen. Der menschliche Körper fungiert in seinen Werken als Repräsentant für die Prozesse psychischer Individuation und sozialer Interdependenzen. Die Videoinstallation im Kunstzeughaus Rapperswil-Jona thematisiert das Menschenbild der Gegenwart in besonders eindringlicher Weise. Als Bildträger für seine Videoprojektionen verwendet er grosse Glasballons die mit Wasser befüllt sind. Die gewölbten Volumen verzerren und zerdehnen die darin projizierten Bilder wie Konvexspiegel. Die Szenerie erinnert an eine Sammlung anatomischer Feuchtpräparate in einem medizinhistorischen Museum. Doch die isolierten Körper sind sehr lebhaft und keineswegs tot. Ihre Aktivität lässt den Vergleich zum Präparat schnell vergessen. Nackte Körper winden sich im Bauch der Glaskolben wie rastlose Föten. Köpfe drehen sich wie Globen um ihre eigene Achse. Die vorbeiziehenden Gesichter werden zu Weltkarten gelebten Lebens. In rätselhaften Worten sprechen die eingeschlossenen „Geister“ zu sich selbst und zu uns. Ihre Monologe überlagern sich zu einer hypnotischen Partitur und machen den Akt der Kommunikation in unkonventioneller Weise erfahrbar. Die verflüssigten Individuen, zwischen Auflösung und Transformation, werden zum Sinnbild menschlicher Aggregatzustände. Die stetige Wandlung der Bilder führt uns vor Augen, wie fragil und prozessbedingt das Menschliche in uns ist. Die frappante Ästhetik dieser Videoinstallation involviert das Publikum in einen sehr direkten physischen Dialog. Die Vehemenz der Körperlichkeit wird von einer äusserst sinnlichen Materialität getragen. Das Publikum erlebt Klossner’s Videokunst geradezu „am eigenen Leib“. Manuel Rodriguez, 2015


Videoinstallation - Franticek Klossner - Schauspieler - Gerrit Bernstein - Anna Vera Messmer - Johannes Schumacher - MAG Design Bern

Kunst und Psyche - Videoskulptur - video sculpture - swiss video artist - Klossner Franticek

Ex vivo in vitro

Frantiček Klossner, 2014

Multi-Channel Video Installation

Schauspiel Besetzung: Gerrit Bernstein, Fabian Eyer, Gianmaria Fedele, Anna Vera Messmer, Julian Anatol Schneider, Johannes Schumacher

Kamera: Tom Bernhard, Filmhaus Bern

Media Engineering: Marc-André Gasser



Swiss Contemporary Art - Gegenwartskunst - Schweiz - Deutschland - Franticek Klossner - Videokunst - Sehnerv.org - MAG Design - Marc-André Gasser

Human States of Aggregation

In his interdisciplinary work, Swiss artist Franticek Klossner deals with existential subjects. The human body plays an important role and acts as a representation of the processes of mental and social individuation. In the current exhibition at Kunstzeughaus Rapperswil-Jona, Klossner presents a fascinating video installation, which visualizes the idea of man in an impressive manner. As a screen for his video projections, the artist uses big demijohns filled with water. The arched water volumes distort and stretch the projected images like a convex mirror. Naked bodies squirm in the glasses like restless fetuses. The scenery resembles a bizarre testing lab out of a science fiction movie. The liquefied bodies of the protagonists, between dissolution and transformation, become a symbol for human states of aggregation. Klossner’s video work reminds us how fragile and process dependent the “human” in us can appear. In mysterious words, the encased ghosts speak to themselves and to us. Their monologues layer into a hypnotic poetry score and allow us to experience the act of communication in an unconventional manner. The video installation's striking esthetics involves the audience in a highly direct physical dialogue. The vehemence of the physicality is supported by an extremely sensual materiality. The audience experiences Klossner's video installation in an almost physical way. / Manuel Rodriguez, 2015


Modo_Verlag_Freiburg_Breisgau_Deutschland_Aktuelle_Kunst

Publikation zur Ausstellungsreihe INVISIBLE LIMITS, Modo Verlag, Freiburg, 2017, mit Texten von Adrienne Braun, Anja Gubelmann, Dietrich Heissenbüttel, Jan Janssen, Michael Matthias, Raimunf Menges, Annemarie Pieper, Peter Stohler, Wiebke Trunk, Nina Wolfensberger und Werken von Anna Anders, Klaudia Dietewich, Glas/Kunz, Franticek Klossner, Mareike Lee, Manoart, Victorine Müller, Nicolai Rapp


Kunsthaus Interlaken

Neuer Kunstverein Aschaffenburg

Kunstverein Konstanz


Franticek Klossner