28. Mai - 30. Juli 2017

EROTIKA vom 17. Jahrhundert bis in die Gegenwart

mit Werken von Anna Altmeier, Fredie Beckmann, Daniela Belinga, Hans Bellmer, Balthasar Burkhard, Luciano Castelli, Le Corbusier, Gustave Courbet, Urs Dickerhof, Martin Disler, Otto Dix, Ferdinand Hodler, Alfred Hofkunst, Lilly Keller, Barni Kiener, Franticek Klossner, H.P. Kohler, Lis Kocher, Reto Leibundgut, Henri Matisse, Pat Noser, Etienne Neville, Meret Oppenheim, Reini Rühlin, Markus Raetz, Oskar Schiele, Pavel Schmidt, Pablo Picasso, Barbara Shields, Heini Stucki, Alex Sadkovsky, Christina Ines Weil, Chantal Wicki, Lukas Zbinden, Martin Ziegelmüller


Franticek Klossner - Galerie Mayhaus Steiner Erlach - Erotika - Zeitgenössische Kunst - Frantiček - Gabinetto Segreto

Galerie Mayhaus -  Ilja & René Steiner

Galsstrasse 3, Erlach am Bielersee

www.galerie-mayhaus.ch

Ausstellungsdauer:

28. Mai - 30. Juli 2017



Der Körper als Bildträger

Mit Kugelschreiber und Filzstift zeichnet Frantiček Klossner die Meilensteine der Kunstgeschichte auf die Bäuche seiner Freunde. Der Körper wird zum Bildträger... zum Interface zwischen Kunstgeschichte und Gegenwart. Der Nabel agiert in den Bildkompositionen als kecker Protagonist: Mit offenem staunendem Mund beim „Angelus Novus“ nach Paul Klee, als Eichel am erigierten Penis beim „Stehenden Mann“ nach Pablo Picasso oder versteckt hinter dichter Körperbehaarung in der „Pelztasse“ nach Meret Oppenheim. Klossners auf Körper gekritzelte Zeichnungen kitzeln nicht nur deren Träger, sie kitzeln auch unser Denken. Lachend entdecken wir die Kunstgeschichte neu. Mit Schalk knackt Klossner das Wesen der zitierten Werke und entwirft damit ein äusserst physisches Bild für die persönliche Aneignung von Kulturgeschichte: Die Kunst wird lustvoll einverleibt !


Der Körper als Bildträger

Galerie Steiner Mayhaus Erlach

Zeitgenössische Kunst - Erotika


Granatapfel - Kunstgeschichte - Pomegranate - Art History - Mythology - Melagrana - Storia dell'arte - Mitologia

Granatapfel Mythologie

Aus der Liebschaft zwischen Zeus und dessen Schwester Demeter ging die schöne Tochter Persephone (auch: Kore) hervor. Zeus, ihr eigener Vater, begehrte sie so sehr, dass er sich in eine Schlange verwandelte und in ihren Leib kroch. Auf diese Weise zeugte er mit ihr Zagreus (*), der später auf Heras Befehl durch die Titanen umgebracht wurde. Aber auch Hades, der Bruder von Zeus, verliebte sich in Persephone und entführte sie in sein Totenreich. Ihre Mutter Demeter vermisste sie so sehr, dass sie das Wachstum der Pflanzen auf der Erde stoppte. Um die Welt vor dem Hungertod zu retten wurde ein Kompromiss mit Hades ausgehandelt. Unter der Bedingung dass Persephone im Totenreich noch keine Früchte verspiesen habe, dürfe sie ins Licht zurückkehren. Da Persephone jedoch bereits sechs Samen eines Granatapfels genascht hatte, wurde entschieden, dass sie sechs Monate des Jahres in der Unterwelt bei Hades bleiben müsse. Die restlichen sechs Monate dürfe sie im Tageslicht verbringen. Daher unterliegt das Wachstum der Pflanzen dem Rhythmus ihrer Aufenthalte... weilt sie im Totenreich wird es Winter, entsteigt sie dem Totenreich wird es Frühling.

Zagreus

(*)... Zagreus, der hochbegabte verspielte Sohn des Zeus und der Persephone, wurde auf Heras Befehl umgebracht. Die Titanen machten die Höhle ausfindig, wo Zeus seinen kleinen Sohn vor seiner eifersüchtigen Gattin versteckt hatte. Zuerst versuchten die Titanen ihn mit Äpfeln aus der Höhle zu locken... mit diesen Äpfeln hätte er sich in eine Frau verwandeln können. Dann lockten sie ihn mit der Gabe, die Sprachen der Tiere verstehen zu können. Zagreus, der kleine Meister der Verwandlung, liess sich jedoch von solchen Verlockungen nicht beeindrucken. Als die Titanen ihm aber einen Spiegel vorhielten, da konnte er nicht mehr widerstehen. Fasziniert von seinem eigenen Spiegelbild vergass er jegliche Vorsicht und kroch aus der schützenden Höhle. Die Titanen zerhackten ihn, kochten seine Körperteile in einem Kessel über dem Feuer und verspiesen ihn (*). Als Zeus den Mord bemerkte, erschlug er sie mit seinen Blitzen. Ihre mächtigen Körper mit den noch unverdauten Resten seines geliebten Sohnes zerfielen zu Staub. Dieser Staub vermischte sich im Regen zu einer schlammigen Masse, die sowohl aus den vielen Begabungen des jungen Zagreus wie auch aus den barbarischen Eigenschaften der Titanen bestand. Aus dieser Masse formte Prometheus den Menschen.

Schenkelgeburt und Kopfgeburt

(*)... Athene, die aus dem Kopf ihres Vaters geborene Göttin der Weisheit, Tochter des Zeus und der Okeanide Metis, fand das Herz des Zagreus, das die Titanen in ihrer Gier übersehen hatten und brachte es Zeus. Dieser trug das Herz seines liebsten Sohnes fortan unter seiner Achselhöhle und konservierte es in seinem Schweiss. Als er Jahrhunderte später die schöne Semele umwarb, die Tochter des Königs Kadmos und der Göttin Harmonia, versprachen sich die zwei Verliebten, sich gegenseitig jeden Wunsch zu erfüllen. Zeus bat nun seine Geliebte, das Herz des Zagreus aufzuessen. Semele wurde daraufhin schwanger und die Eigenschaften des Zagreus reinkarnierten sich in ihrem Leib zum heranwachsenden Dionysos. Als Hera von dieser Schwangerschaft erfuhr, überredete sie die ahnungslose Semele, sie hätte nun auch noch einen Wunsch offen und sie soll ihren Liebhaber darum bitten, sich ihr in seiner wahren Gestalt zu zeigen. Semele erkannte Heras mörderische List nicht und bedrängte ihren Geliebten so sehr, bis Zeus sein Versprechen hielt und ihr den allzu menschlichen Wunsch erfüllte. Er legte seine Menschengestalt ab und zeigte sich ihr in seiner ganzen göttlichen Macht als Feuerball. Semele verbrannte augenblicklich an ihrer Liebe. Doch Hermes der Götterbote, der als Psychopompos mit der Überführung der Seelen ins Totenreich betraut war, hatte die Katastrophe vorausgesehen und war blitzschnell zur Stelle. Er rettete den ungeborenen Dionysos und mit ihm alle guten und reinen Eigenschaften des Zagreus aus dem verbrannten Leib seiner toten Mutter und übergab den Fötus dem Vater. Zeus, nun wieder in menschlicher Gestalt, schnitt sich eine grosse Wunde in den Oberschenkel und nähte den Fötus in sein Bein. Nach drei Monaten gebar er aus dem väterlichen Oberschenkel seinen Sohn Dionysos... "den zweimal Geborenen"... die Wiedergeburt seines geliebten Zagreus.


Erotika - Kunst - Gegenwart - Der Körper als Bildträger - Kunstgeschichte
"Monogold nach Yves Klein", aus der Reihe "Kunstgeschichte kitzelt", Blattgold auf Carola, 2015

Artwatcher - Artzeitmagazin


Franticek Klossner